Research Program Security: Das VBS und der ETH-Bereich stärken Forschung im Bereich Sicherheit und Verteidigung
Bern, 22.05.2026 — Das Bundesamt für Rüstung armasuisse und der ETH-Bereich stärken ihre strategische Zusammenarbeit in der sicherheitsrelevanten Forschung. Mit dem Programm «Research Program Security», das im Oktober 2025 lanciert wurde, sollen innovative Ideen und Lösungen für die aktuellen Herausforderungen im Bereich Sicherheit und Verteidigung entwickelt werden. Ab Mai 2026 starten acht Projekte aus der ersten Ausschreibung. Dafür stellt armasuisse zwei Millionen Franken zur Verfügung.
Das Programm bringt die sicherheitspolitischen Bedürfnisse der Schweiz mit der Spitzenforschung des ETH-Bereichs zusammen. Ziel ist es, kritisches technologisches Wissen im Inland langfristig aufzubauen und Abhängigkeiten vom Ausland zu reduzieren. Das Programm setzt eine Massnahme der rüstungspolitischen Strategie des Bundesrats um: den Aufbau einer Kooperation mit dem ETH-Bereich, die auf konkrete Fragestellungen der Armee eingeht und Synergien in der Forschung und Innovation im zivilen, militärischen und Dual-Use-Bereich besser nutzt.
Die erste Ausschreibung des Programms wurde im Oktober 2025 gemeinsam mit der EPFL, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, lanciert.
Fokus auf Schlüsseltechnologien für die Sicherheit der Schweiz
Im Zentrum des «Research Program Security» stehen Schlüsseltechnologien mit grosser Bedeutung für die Sicherheit der Schweiz. Dazu gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Quantentechnologien, autonome Systeme, Robotik, Cybersicherheit und Energieversorgung. Die erste Ausschreibung konzentrierte sich auf zwei Themen:
- Globale Navigationssatellitensysteme wie GPS sind für Navigation, Positionierung und Zeitsynchronisation unverzichtbar. Gleichzeitig werden Signale immer häufiger gestört. Gesucht wurden Lösungen, die bestehende Systeme robuster machen oder technologische Alternativen ohne Satelliten ermöglichen.
- Mini-Drohnen sind günstig, weit verbreitet und technologisch immer leistungsfähiger. Gleichzeitig steigen die Risiken für kritische Infrastrukturen und Sicherheitskräfte. Gesucht wurden Technologien, die Drohnen schneller erkennen, verfolgen und abwehren können.
Acht Projekte ausgewählt
Für die erste Ausschreibung des «Research Program Security» gingen 24 Projektvorschläge ein. Acht davon wurden ausgewählt und starten ab Mai 2026. Pro Themenbereich werden je vier Projekte umgesetzt.
Jedes dieser Projekte erhält bis zu CHF 250’000 für eine Laufzeit von 12 bis 18 Monaten. armasuisse finanziert die erste Ausschreibung mit insgesamt zwei Millionen Franken. Begutachtet wurden die Projekte von Fachpersonen aus Wissenschaft und armasuisse. Über die Auswahl entschied ein gemeinsamer Lenkungsausschuss von armasuisse und den Institutionen des ETH-Bereichs. Die nächste Ausschreibung ist für Herbst 2026 geplant.
Gemeinsame Forschung für die Sicherheit der Schweiz
Die EPFL unterstützt armasuisse bei der Umsetzung der Ausschreibung. An den Ausschreibungen teilnehmen können alle Institutionen des ETH-Bereichs:
- Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL)
- Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)
- Paul-Scherrer-Institut (PSI)
- Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
- Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa)
- Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag)
Bereits 2022 haben das VBS und die ETH Zürich einen gemeinsamen Beirat für Technologie und Innovation geschaffen, um die strategische Partnerschaft zugunsten der sicherheitsrelevanten Forschung zu stärken. Seit 2024 ist auch die EPFL Teil dieses Gremiums. Derzeit wird erarbeitet, wie die Kooperation zwischen dem VBS und dem ETH-Bereich weiter ausgebaut werden soll.
Bundesamt für Rüstung armasuisse
Das Bundesamt für Rüstung armasuisse ist das Beschaffungs-, Technologie- und Immobilienzentrum des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS. armasuisse ist zuständig für die Entwicklung, Evaluation, Beschaffung und Entsorgung von Systemen und Material der Armee und weiterer Kunden. Es stellt des Weiteren wissenschaftlich-technische Kompetenzen für die Armee und das VBS sicher und deckt deren Bedarf in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation.
Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne EPFL
Die EPFL ist eine der führenden technischen Hochschulen Europas.
Mit rund 12’000 Studierenden und Doktorierenden aus über 120 Ländern und mehr als 370 Labors betreibt die EPFL Spitzenforschung in Bereichen wie erneuerbare Energien, Medizintechnik, Neurotechnologien, Materialwissenschaften und Informationstechnologien.
Die EPFL arbeitet mit einem umfassenden Partnernetzwerk zusammen, dem insbesondere andere Universitäten und Hochschulen, Sekundarschulen und Gymnasien, Industrie und Wirtschaft, politische Einrichtungen und die allgemeine Öffentlichkeit angehören. Ziel ist, echte Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.