Gemeinde Interlaken

Seit dem Aufkommen der Online-Buchungsplattformen ist in der Gemeinde Interlaken die Zahl der Zweitwohnungen stark gestiegen. Gleichzeitig ist das Wohnungsangebot für die ortsansässige Bevölkerung zurückgegangen und die Immissionen in den Wohnquartieren sind gestiegen. Deshalb hat die Gemeindeverwaltung einen Massnahmenkatalog erarbeitet, um die auf diesen Plattformen angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten zu erfassen und sie je nach Gemeindegebiet spezifisch zu regeln.

Luftbild Interlaken 2
© VBS

Weshalb wurde die Gemeinde aktiv?

Die Gemeinde Interlaken mit ihrer Bevölkerung von rund 6000 Personen gehört zu den meist besuchten Tourismusdestinationen der Schweiz. Die Gäste aus dem Ausland tragen zur Wirtschaftsdynamik der Gemeinde bei, die über ein lebendiges Ortszentrum mit zahlreichen Läden und ein breites Angebot an Dienstleistungen und Übernachtungsmöglichkeiten verfügt. Allerdings hat sich das Beherbergungsangebot in den letzten Jahren stark verändert. Ende 2019 waren allein auf dem Gemeindegebiet über 300 Übernachtungsangebote auf Plattformen wie Airbnb zu finden. Diese neue Art der Vermittlung hat für die ortsansässige Bevölkerung, die lokale Wirtschaft und die Behörden eine Reihe von Problemen und Unannehmlichkeiten zur Folge:

Wie handelt die Gemeinde?

Angesichts der starken Zunahme des Phänomens hat die Gemeinde beschlossen, möglichst rasch zu handeln. Aufgrund der besonderen lokalen Gegebenheiten und der fehlenden Erfahrung aus anderen Schweizer Gemeinden mussten jedoch erst geeignete Lösungen gefunden werden. Zwei Stossrichtungen wurden parallel verfolgt: Um entsprechende Wohnangebote registrieren und erfassen zu können, wurde einerseits das Kurtaxenreglement geändert. Andererseits hat die Gemeinde eine «Planungszone» erlassen und in der Folge eine Änderung des Baureglements zur Regulierung der Anzahl Zweitwohnungen vorgeschlagen.

Welche Erfahrungen hat die Gemeinde Interlaken gemacht?

Die Ergebnisse der öffentlichen Mitwirkung liegen noch nicht vor, aber die Gemeindeverwaltung rechnet bereits mit kontroversen Stellungnahmen. Sie geht davon aus, dass die Umsetzung unabhängig von der gewählten Lösung eine Herausforderung sein wird. Denn um die Einhaltung der neuen Bestimmungen zu kontrollieren, wird für die Verwaltung, insbesondere die Baupolizei, zusätzlicher Arbeitsaufwand entstehen.

Letzte Änderung 14.04.2020

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