Projets urbains – Gesellschaftliche Integration in Wohngebieten

Zwischen 2008 und 2015 hat das Programm «Projets urbains» 16 Gemeinden unterstützt, die ganzheitliche und partizipative Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts in bestehenden Quartieren entwickelt haben.

_DSC1050
© Projets urbains / Fabian Biasio

Unterstützung von 16 Gemeinden während zwei Pilotphasen

Das Programm geht auf den 2007 vom Bundesrat bewilligten Bericht «Integrationsmassnahmen» zurück. Ziel war es, zusammen mit den betroffenen Kantonen, kleinere und mittlere Städte und Agglomerationsgemeinden zu unterstützen, die mit belasteten Wohngebieten zu tun haben. Diese weisen in der Regel verschiedene Defizite auf, wie Schwierigkeiten im Zusammenleben, ungünstige Entwicklung der Bausubstanz, dürftig gestaltete Aussenbereiche oder auch Beeinträchtigungen durch Verkehr.

Der Bund hat 16 Gemeinden unterstützt, die auf Basis von zwei Projektausschreibungen in den Jahren 2008 bzw. 2012 ausgewählt wurden. Diese Gemeinden profitierten von finanzieller Unterstützung und fachtechnischer Begleitung. Ein regelmässiger Erfahrungsaustausch ermöglichte zudem, Knowhow weiterzugeben und zu kapitalisieren.

Interdepartementales Programm Projets urbains

Ganzheitlicher und partizipativer Ansatz

Die am Programm mitwirkenden Gemeinden haben ganzheitliche Überlegungen zur Entwicklung der Quartiersgebiete angestellt und dabei unterschiedliche Handlungsfelder berücksichtigt, wie Stadtplanung, Wohnen, sozialer Zusammenhalt, Jugend oder Integration. Zudem haben sie partizipative Verfahren entwickelt, bei denen die betroffenen Akteure (z.B. Quartierbewohnerinnen und -bewohner aller Altersklassen und mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund, Eigentümerinnen bzw. Eigentümer, Hausverwaltungen, Schulen und im Quartier aktive Vereine) angemessen einbezogen wurden.

Mitwirkung von fünf Bundesstellen

Auf Bundesebene wurde das Programm durch einen departementsübergreifenden Steuerungsausschuss begleitet, dem das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), das Staatssekretariat für Migration (SEM), das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), die Eidgenössische Migrationskommission (EKM) und die Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) angehörten. Dank der Mitwirkung des BWO am Programm konnten die Bundesstellen und beteiligten Gemeinden vom Knowhow des BWO und von den in früheren Projekten gesammelten Erfahrungen profitieren. Von Nutzen waren auch seine Hilfestellungen zum Zweck der Diagnose und das Kontaktnetz an Wohnfachleuten.

Evaluation und Wissenstransfer

Neben der direkten Unterstützung der Gemeinden wurde der Evaluation der Prozesse sowie den Aktivitäten zur Verbreitung und Nutzung der Erkenntnisse grosse Bedeutung beigemessen. Ein externes Evaluationsteam begleitete die Umsetzung während der gesamten Programmdauer und veröffentlichte am Ende jeder Pilotphase einen Bericht. Im Rahmen der Kommunikationsaktivitäten entstanden beispielsweise eine viel beachtete Studie über die soziale Durchmischung, ein halbjährlich erscheinender Infobrief sowie diverse Artikel in Fachzeitschriften. Schliesslich wurden die Erkenntnisse aus den einzelnen Pilotphasen auch für Publikationen und bei speziellen öffentlichen Anlässen genutzt.

Weitere Informationen

Dokumente

Publikationen des Programms

Handbuch Quartierentwicklung (PDF, 6 MB, 22.08.2017)Wissen für die Praxis aus acht Jahren Programm «Projets urbains – Gesellschaftliche Integration in Wohngebieten»

Quartierentwicklung, Chance für Gemeinden und Städte (PDF, 1 MB, 22.08.2017)Vier Argumente aus dem Programm «Projets urbains - Gesellschaftliche Integration in Wohngebieten»


Publikationen der Projekte

Chancen gemeinsam angepackt (PDF, 3 MB, 22.12.2015)Acht Jahre Quartierentwicklung Olten Ost – eine Bilanz

https://www.bwo.admin.ch/content/bwo/de/home/wie-wir-wohnen/integration/projets-urbains.html